Research Article

Die Krise der Nachfolge: Zur Institutionalisierung charismatischer Herrschaft im deutschen Stadt- und Staatstheater

Zusammenfassung

In den letzten Jahren hatte es intensive Debatten über Fragen der künstlerischen Leitung und Nachfolge an führenden deutschen Theatern gegeben. In diesem Aufsatz sollen die institutionellen Probleme, die der Frage der Nachfolge bei Intendanten zugrunde liegen, untersucht werden. Ausgehend von Max Webers Theorie der charismatischen Herrschaft soll gezeigt werden, dass sich in Deutschland während der NS-Zeit und dann im Nachkriegsdeutschland das Modell des regieführenden Intendanten, das das charismatische Prinzip fördert, durchgesetzt hat. Die Diskussion erfolgt über eine theoretische Erörterung des krisenanfälligen charismatischen Leitungsmodells (Abschnitte 1 und 2); eine historische Kontextualisierung des Amts des Intendanten im 19. und 20. Jahrhundert (Abschnitt 3); und schließlich eine Diskussion der Führungskrisen an den Münchner Kammerspielen und der Berliner Volksbühne.

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