Systeme, Blasen, Fragmente
Gesellschaftliche Herausforderungen für Kulturmanagement und Kulturpolitik

Gastherausgeber: tbd

Einreichungsfrist: 1 Juni 2022

Die (Kultur)soziologie beschäftigt sich seit jeher mit Gesellschaftsanalysen und der Rezeption von Kunst und Kultur. Pierre Bourdieu, Paul Gilroy, Antoine Hennion, Eva Illouz, Niklas Luhmann, Richard A. Peterson, Andreas Reckwitz oder Gerhard Schulze u.v.a. geben Beispiele dafür, wie sich entlang der Rezeption und Produktion von Kunst und Kultur Gesellschaften de- und rekonstruieren lassen. In jüngster Zeit ist zu beobachten, dass sich nicht nur die kultursoziologischen Beschreibungsmodi, sondern die Gesellschaften selbst fragmentieren. Die sozialen Medien haben diesen Transformationsprozess erheblich beschleunigt. Die gesellschaftlichen “Blasen” schließen sich voneinander ab und bilden parallele, unverbundene Strukturen aus, und sind gleichzeitig Zeichen für die Vielstimmigkeit von Gesellschaften.

Diese Fragmentierung stellt Kulturinstitutionen und Kulturpolitik in jedem Fall vor neue Herausforderungen. Welchen Stellenwert können Kulturinstitutionen in einer singularisierten Gesellschaft einnehmen? Gelten noch die tradierten, bildungsbürgerlichen, durch Schiller, Humboldt und Dewey geprägten Ideen und Werte oder ist der Kulturbetrieb eher eine nur mehr sich selbst feiernde, mit sich selbst beschäftigte, den Bestand bewahrende „Folklore-Veranstaltung“ der Hochkultur? Wie könnten oder sollten sich die Kulturinstitutionen verändern, um Musealisierung zu entgehen und gesellschaftliche Relevanz und Resonanz zu erzeugen, auch und gerade im Kontext gravierender soziodemographischer Entwicklungen und Verschiebungen? Und welche Rolle kann in diesem Transformationsprozess die Kulturpolitik spielen?

Willkommen sind Beiträge aus historischer, kultursoziologischer, organisationstheoretischer, politikwissenschaftlicher etc. und interdisziplinärer Perspektive.

Einreichungsfrist: 1 Juni 2022

Hinweise zur Einreichung

Einzureichen bei: submissions(at)jcmcp(dot)org

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